Ein Tod zur Unzeit

 

Jetzt bist Du schon gegangen Kind

Und hast vom Leben nichts erfahren

Indes in unseren welken Jahren

Wir Alten noch gefangen sind.

Ein Atemzug, ein Augenspiel

Der Erde Luft und Licht zu schmecken

War Dir genug und schon zuviel

Du schliefest ein nicht mehr zu wecken.

Vielleicht in diesem Hauch und Blick

Sind alle Spiele, alle Mienen

Des ganzen Lebens Dir erschienen

Erschrocken zogst Du dich zurück.

Vielleicht wenn unsre Augen, Kind

Einmal erlöschen, wird uns scheinen

Sie hätten von der Erde , Kind

nicht mehr gesehen als die Deinen.

 

Hermann Hesse

 

 

 

 

Wenn uns etwas fortgenommen wird, womit wir tief und wunderbar zusammenhängen, so ist viel von uns selber fortgenommen. Gott aber will, dass wir uns wiederfinden, reicher um alles Verlorene, und vermehrt um jenen unendlichen Schmerz.


Rainer Maria Rilke

 

 

 

 

Du bist nicht mehr hier

aber überall da, wo ich bin.

 

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Du warst nur Gast in meinem Leben,

gingst mit mir ein kurzes Stück.

Doch hast Du mir so viel gegeben,

wie gern dreh´t  ich die Zeit zurück.

Du reistest aber eilig weiter,

in jenes Land dort hinterm Wind.

Vielleicht bist Du mein Wegbegleiter,

zu unser aller Ziel, mein Kind.

 

Maria Szczecinki

 

 

Memento

 

Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,

nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.

Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

 

Allein im Nebel tast ich todentlang

und lass mich willig in das Dunkel treiben.

Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

 

Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr,

und die es trugen, mögen mir vergeben.

Bedenkt: den eigenen Tod, den stirbt man nur,

doch mit dem Tod der anderen muß man leben.

 

Mascha Kaléko

 

 

 

Die, die wir lieben, gehören uns nicht.

Wann sie gehen entscheiden wir nicht.

Wir entscheiden, ob wir die Erinnerung

als Geschenk annehmen wollen.

 

 

Ich bin von Euch gegangen, nur für einen Augenblick und gar nicht weit. Wenn ihr dahin kommt werdet ihr euch fragen warum ihr geweint habt.

 

Laotse

 

 

Kein Wesen kann in Nichts zerfallen,

 das Ewige regt sich in Allem.

 

Goethe

 

 

Alles, was das Beste für den Menschen ist,

liegt außerhalb menschlicher Macht und kann

weder gegeben noch entrissen werden.

 

Seneca

 

 

 

 

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